Experimente mit dem Schwarz – offenes Atelier in der Kunstgruppe 16

Perspektive der Dunkelheit

Sehen wir eigentlich nachts die Dinge ohne Beleuchtung wirklich nur in Grauwerten oder sehen wir doch noch Farben in der Finsternis? Um die Frage schlüssig zu beantworten, begaben sich die Maler und Malerinnen der Kunstgruppe 16 mit ihrer Kursleiterin Sylvianna Scholtyssek auf nächtliche Exkursion. Sie besuchten den Heider Bergsee am Stadtrand Brühls. Und stellten fest, zum einen werde es in hiesigen, westlichen Breiten eigentlich nicht überzeugend dunkel und ja, in der Dämmerung schwinge immer auch eine Farbe mit, manche sahen vermehrt „rötliches“, andere vermehrt „bläuliches“, erläuterte Scholtyssek.

Eine Menge Licht…

Während der Tage des offenen Ateliers im September zeigte die Gruppe im Erdgeschoss der Kunst und Musikschule in Arbeitsproben Ergebnisse zu einer ganzen Reihe von malerischen Erkundungen. Sie zeigen Forschungen zum Phänomen Dunkelheit. Es sind Experimente zu Farbpaletten, die unter Zumischen von Schwarz erzielt werden können oder wie Farben auf schwarzem Untergrund wirken. Ein Umgang mit Materialien, die dem Unbewussten beim Schaffen des eigentlichen Bildes hilfreich seien, sagte die stellvertretende künstlerische Leiterin der Schule. Dabei habe sich gezeigt, ein wirkliches Schwarz gebe es nicht und im Grunde sei die Gruppe auf „eine Menge Licht“ gestoßen..

…und Spüren zwischen den Dingen

Bei der Begegnung mit der Finsternis habe sich die Gruppe intensiv „auf ein Spüren zwischen den Dingen eingelassen“, schildert die Dozentin, die seit 26 Jahren die Gruppe anleitet. Sie selbst habe sich an einen ihrer Studienaufenthalte im Dschungel Costa Ricas erinnert gefühlt. Dunkler sei es dort als in der Zivilisation, und darum „sieht man zwischen Ästen und Wurzeln unerklärliche Wesen entstehen“. Sie habe dort ein intensives Verständnis für die Entstehung von Gottesvorstellungen alter Kulturen gewonnen.

Ausstellung in der Schlosskirche

Unter dem Titel „Perspektive der Dunkelheit“ sind von Sonntag, 22. November bis Montag, 28. Dezember Bilder der Gruppe 16 in der Schlosskirche St. Maria von den Engeln zu sehen. In Kooperation mit der Jugendkirche Brühl zeigten sie dort laut Katalog „figürliche und informelle Werke, die in stark zurückgenommener Farbigkeit Stille und meditative Kraft vermitteln“.

Arbeit von Kerstin Mohr.

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