Glessener „ART of 5“ geben Vorgeschmack auf echte Kunsttage

Alles nur laminierte Fotos

Einen völlig anderen Umgang mit Gemälden, Skulpturen, Keramiken und Fotografien übte die Glessener Künstlergruppe „ART of 5“ diesmal. Noch vorletztes Jahr verwandelten die Betonkünstlerin Ulrike Klerx, die Malerinnen Marie-Thérèse Breyer und Angela Kühl, die Keramikerin Petra de Jong-Berger und der Fotograf Robert Budka ihre Werkstätten und Ateliers und Häuser quer durch den Ort mit eigenen Werken und denen vieler, vieler Gastaussteller ein Wochenende lang in eine lebendige Galerie-Landschaft. Alle zwei Jahre wollten sie es so handhaben. Diesmal diktierten allerdings Corona-Schutzauflagen die Regeln.

War Annie wirklich da?

Die Glessener Kunsttage ganz ausfallen zu lassen, sei nicht die Alternative gewesen, sagte Angela Kühl, so habe sich das Quintett zur „Kunst auf dem Weg“ entschlossen. Allerdings zeige sie diesmal kein einziges ihrer „ART-ich“-Bilder, so Kühl, vielmehr zeige sie so wie alle anderen Künstler und Künstlerinnen „nur Fotografien“ ihrer Werke. Als stabile und wetterbeständige Folien fertigten sie laminierte Fotos an und hefteten sie diesmal mit auf die Mauern Ecke Brauweilerstraße/ Rochusstraße und ins Grün der Garageneinfahrt des Mehrfamilienhauses Rochusstraße Nr. 2. Als Reproduktionen genossen die Kunstfreunde also das Ausstellungsmaterial.

Ausnahme blieb die Bank aus „zARTbeton“

Reproduktionen mit einer Ausnahme, nämlich der Bank aus „zARTbeton“ von Ulrike Klerx. Die fest installierte Bank auf dem Gartenmäuerchen ihres Hauses, halb Kunstobjekt, halb Sitzmöbel soll zukünftig vor allem Ältere auf dem Weg zum Supermarkt zum Ausruhen einladen. Klerx ist für ihre Sitzmöbel mit einem Kern aus Styropor ihrem Aufbau mit Glasfasermatten bis hin zur hochpolierten Betonoberfläche, „glatt wie ein Kinderpopo“, bereits bekannt. Seit drei Jahren arbeite sie an der Möbelskulptur, inklusive den Genehmigungsverfahren für deren Aufstellung. Ursprünglich sei es eine Arbeit, in der die Familie die Trauer über ihren verstorbenen Bruder verarbeitet habe, beschreibt Klerx.

Verweise ins digitale Universum

Einen anderen Umgang mit ihrer Kunst als sonst pflegte auch die Gastausstellerin Bettina Schröter-Glittenberg aus Kleve. Aus einem „riesigen Bild“ namens „Kommunikation“, in dem sie unseren Umgang mit Smartphones auf Kosten wirklichen Dialogs auf die Schippe nimmt, wählte sie kurzerhand einen starken Ausschnitt und sie reduzierte sich auf drei Bilder. Mit Hilfe eines eingefügten QR-Codes konnten sich Kunstfreunde zusätzlich auf ihrer Internetseite umschauen. So hielten es übrigens die meisten der Aussteller.

Musik

Und Stimmung kam dann im Innenhof doch noch auf, Mundschutz und Handdesinfektion zum Trotz. Da sang Saskia Price, die selbst im Haus wohnt, gefühlvolle Balladen zu den Themen Liebe, Familie, Verlust und Trauer und die Band „Soda Frizzante“ mit den Brüdern Lukas und Louis Schneider spielte elektronische Musik zum Chillen in der Garage. Mit „Kunst auf dem Weg“ habe die „ART of 5“ wenigstens einen Vorgeschmack auf die nächsten Glessener Kunsttage bieten wollen, und zwar nächstes Jahr, sagte Klerx. Dann solle endlich die „Post abgehen“, unter anderem mit Livemusik im evangelischen Gemeindezentrum.

ART of 5

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