Rheinischer Karneval im Totalausfall?

Am Rosenmontag

Ein eieriges „Alaaf“, nämlich als Gruß aus ihrem Kölner Kühlschrank, sendete mir meine Nichte Milena. Da beschreibt sie feinstes, kaltes Karnevalskaiserwetter vor der Tür, aber weit und breit keine Fete in Sicht. So war das wohl vorgestern in der Karnevalshochburg zu Wieverfastelovend, nach rund einem Jahr Covid-19.

Ein großer Freund des Karnevals bin ich ja eigentlich nicht. Ungemütlich ist es mir dennoch angesichts des Totalausfalls des rheinischen Frohsinns.

Geradezu schmerzhaft aber fand ich eine Tagesschau-Meldung zur Weiberfastnacht am Freitag danach. Darin hieß es, dass es am Donnerstag in der Domstadt doch nicht ganz so ruhig gewesen sei. Mindestens 40 Meldungen und Anrufen sei das Kölner Ordnungsamt nachgegangen.

Überwiegend hätten Nachbarn Hinweise auf nicht Covid-19 regelkonforme Zusammenkünfte feiernder Menschen gegeben, bisweilen sei laute Musik gespielt worden. Dass Nachbarn ihre Nachbarn anschwärzen macht nachdenklich, Virus hin oder her. Da gerät ja „Kölle, du bes e Jeföhl“ und „mer stonn zesamme“ ganz übel zur Farce.

Karneval-Totalausfall? Oder hat sich doch was getan?

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Weihnachtströstliches… (Cooper, Riemer & Geschwind, Schmitz-Projekt)

Musik für offene Ohren

Das Büro für Kulturangelegenheiten und das Archiv der Kolpingstadt Kerpen sind ja längst im so genannten Haus für Kunst und Geschichte in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft untergebracht. Bemerkenswert ist, dass sowohl Birgit Immisch für die Kerpener Kulturabteilung als auch Susanne Harke-Schmidt als Stadtarchivarin und Vorsitzende des Kerpener Geschichtsvereins so liebenswerte wie aufmunternde Weihnachtsgrüße verschicken.

Als gemeinsamen Nenner und doch ganz unabhängig voneinander empfehlen beide jetzt das Musikprojekt ihres Kollegen Hermann-Jürgen Schmitz. Ich habe mir erlaubt die Empfehlung um zeitgenössische Musik zu erweitern.

Fotocollage aus Bildschirmfotos der Videobeiträge.

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Funkamateur Heinz Schlagheck überwindet „Social Distancing“ gleich weltweit

Silent Keys aus Frankreich

Die Welt der drahtlosen Telegrafie ist seit den Anfängen zum Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt von vielen Abkürzungen. Die Ziffernfolge „SOS“ als Notruf kennt auch im heutigen, digitalen Zeitalter noch jeder. Mit „CQ“ beginnt üblicherweise ein Dialog, es ist die Abkürzung für „Come Quickly“ und ist der weltweit bekannte Aufruf an alle Funker, die in der Lage sind, das gesendete Signal zu empfangen, darauf schnell zu antworten.

Die Abkürzung „SK“ bedeutet in der Funksprache „Silent Key“, also „stille Taste“. „SK“ angefügt an die international einmalige Rufnummer eines Funkamateurs teile anderen Funkern dessen Tod mit, erzählt Heinz Schlagheck.

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„Sweet William“ – eine Erinnerung an Oliver Heuer

Erst in den letzten Jahren war Oliver Heuer nach vielen Konzerten vor allem in Frankreich, eigentlich dort wieder angekommen, wo alles angefangen hatte, bei Auftritten mit Freunden in einem Kerpener Stadtteil. Ich habe ihn im Mai 2016 in seinem Sindorfer Zuhause besucht, kurz vor seinen Heimspielen in der Christuskirche. Ich brachte ihm eine Null-Ausgabe des „Kitzler“ mit. Wer erinnert sich noch an dieses Magazin mit Biss für den Erftkreis jener 1980er Jahre? Genau genommen gab es zwei Ausgaben. In dieser ersten, mit dem auf Socken tanzenden Hans Barz auf dem Titelbild, war eine Besprechung eines Auftritts mit Sweet William abgedruckt, noch in der Schulmensa des Tagesheimgymnasiums Kerpen.

2016 schenkte er mir seine damals letzte CD und lud mich zu seinen nächsten Konzerten ein. Es ist mir immer etwas dazwischen gekommen, was wichtiger erschien. Und ich dachte, es bleibt noch viel Zeit, mir seine Musik live anzuhören. Am 11. Dezember 2019 ist er für alle völlig überraschend gestorben. Auch das erfuhr ich erst spät. Sie habe ihn tot auf dem Sofa liegend gefunden, als sie nachmittags von der Arbeit nach Hause gekommen sei, erinnert sich seine Frau Birgit Barrero. Am Tag zuvor hätten sie noch ein Krankenhaus aufgesucht, weil Oliver sich schwach gefühlt habe, man habe sie nach Hause geschickt. Hier krame ich zur Erinnerung noch einmal den Text von damals raus.

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„in fact we didn’t meet in person…“ – der Portugiese Francisco Vaudeville über seine Freundschaft zu Oliver Heuer

Tribute in düsteren Klängen

Der Portugiese Francisco Vaudeville pflegte über Jahrzehnte eine tiefe Freundschaft zu Oliver Heuer. Schon deshalb hat er mit Freunden die Tribute CD „Out of Sight“ zusammengestellt. Hier schildert er seine Begegnung mit einem, den er als „awesome musician“ und „wonderful poet“ schätzte.

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Nikolaus im Schlitten, auf Schleppern, Planwagen und als Drive through

Keine Zeit für den hillije Mann im Haus

So ein „Freiluft-Nikolaus“ sei er ja noch nie gewesen, sagt Bruno Gronenborn, und seit vielen, vielen Jahren stelle er im Kindergarten „Fliester Schreihäls“ schon den Nikolaus dar. Auf dem Hof der Familie Johnen in Fliesteden steigt er am Samstag zur Ausfahrt durch den Ort in eine weiße Kutsche. Dort nimmt er Platz neben einem großen Korb mit Schoko-Nikoläusen und einer noch größeren Lautsprecherbox, aus der schon „Last Christmas“ erschallt. Schräg gegenüber ist noch Platz für Jaqueline Beyenberg, ein Engel ganz in Weiß, mit Mund-/Nasenschutz.

Dem Nikolaus bleibt nicht viel Zeit, seine Rolle zu üben. „Wie winkt eigentlich ein Nikolaus?“, überlegt er noch.

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„Hallo aus unserem absoluten Lockdown (light) ;-)“, so meldet sich die Brühler Kornkammer in einer E-Mail

Konzerttermine, so fest wie „Betonpfeiler“, kippten dennoch

Maggi und Rüdiger Tillmann von der Eventlocation Kornkammer berichten von einem fast vollständigen Umsatzverlust seit Mitte März 2020 und es gebe „keine Aussicht auf Besserung“. Noch im Herbst hatten sie von Veranstaltungen für den Winter gesprochen, im Terminplan so fest verankert wie „Betonpfeiler“. Mit weiteren Einschränkungen für den Betrieb von Konzerten hatten sie zu dem Zeitpunkt da wohl gerechnet, nicht aber mit einer erneuten völligen Schließung des Saales für die Öffentlichkeit im November und darüber hinaus.

Und so teilen sie jetzt mit: „Alles ist abgesagt.“ Aber Not macht bekanntlich erfinderisch und so haben sie sich etwas einfallen lassen.

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