Französische Orgelromantik mit Norbert Trierweiler

César Franck im Mittelpunkt

Erst bei der Vorbereitung einer Sinfonie aus der Feder des belgisch-französischen Komponisten César Franck mit dem Symphonieorchester Bergheim sei er auf Franck aufmerksam geworden, beschreibt der Organist Trierweiler und es sei für ihn wie eine Offenbarung gewesen, „eine tolle Musik“.

Am Sonntag teilte er seine Erfahrung in einem Konzert in der Christus-König-Kirche mit Zuhörern. Dazu stellte er zwei große Orgelwerke von César Franck in den Mittelpunkt seines Konzertes das er mit „Französische Orgelromantik“ überschrieb, die Choräle Nr. 2 in h-Moll und Nr. 3 in a-Moll. Und in der großen Seifert-Orgel der Kirche fand er das geeignete Instrument.

Es sei eine Orgel, die hervorragend geeignet sei, französische Orgelwerke darzustellen, erläuterte Trierweiler vor dem Konzert. Das Instrument verfüge über viele Stimmen, die Flöten und Zungenstimmen von französischer Bauart und Anweisungen zur Zusammenstellung der Klangfarben durch die Register könne er übernehmen, so wie es der Komponist es verlange.

Und so brachte Trierweiler schon im ersten Stück des Nachmittags dem Choral Nr. 2 eines der Register zu Gehör, an denen es kleiner ausgestattete Orgeln missen lassen. Es war etwa die Vox Humaine, die menschliche Stimme, ein sehr leises Zungenregister, das sich als ein Säuseln im sonst zu wuchtiger Klangfülle ansteigenden Stück bemerkbar machte. Ein langsames Tempo mit schwebendem meditativem Charakter hatte Trierweiler für den Anschluss an das erste große Werk des Konzertes gewählt, Louis Viernes Arabesque op.31. Als „Gelegenheit zum Verschnaufen“ wie der Organist sagte, bevor es mit Bartholdys Orgelsonate A-Dur wieder in die Vollen ging, Strahlkraft und majestätische Fülle im ersten Satz mit einem ruhigen Schlussteil und passend zur Fastenzeit weil Bartholdy Luthers Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ im Pedal unter der Fuge versteckt hat.

Ausflüge in die Barockmusik

Ausflüge in die Barockmusik von Buxtehude und die schwierigen Triosonaten für Orgel von Johann Sebastian Bach, die man sich gerne als Musik für zwei Geigen für die rechte und linke Hand und ein Cello für das Pedal vorstellen kann, stellte Trierweiler vor den furiosen Ausklang des Konzertes. Francks Choral Nr. 3 überrascht nach einem einfühlsamen Mittelteil kurz vor dem toccatenhaften und lauten Spiel gegen Ende mit einem tiefen Pedalton, der lange im Raum steht.

Mit den großen französischen Originalen, die so gerne von Studenten bereist würden, könne die Seifert-Orgel nicht ganz mithalten, den Musikgenuss am Sonntagnachmittag werde das nicht schmälern, hatte Trierweiler versprochen. Und er behielt recht, die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus.

Mehr als nur Organist vor Ort

Es war das erste Konzert des neuen Förderkreises Musik an St. Clemens und St. Ulrich, nachdem die Mitglieder des Horremer Förderkreises Musik beschlossen hatten die Förderung auf den ganzen Seelsorgebereich auszudehnen. Norbert Trierweiler stellte sich zum Konzert in dreifacher Funktion vor, als Vorsitzender des neuen Förderkreises, als Organist vor Ort und Interpret. 

Nahbesprechung: der Klarinettist Ulrich Junk und Norbert Trierweiler

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