Abschied von der Peter-Orgel, zu viele Töne fielen aus

Erste Pfeifen während des Musizierens ausgebaut

Noch während der Kantor Marc Gornetzki mit aufgesetztem gelben Schutzhelm das letzte Stück des Abschiedskonzertes von der alten Orgel spielt, „For Auld Lang Syne“, bekannt unter dem deutschen Titel „Nehmt Abschied, meine Brüder“ begannen die Orgelbauer Hubert Fasen und sein Assistent Walter Friehs mit der Demontage. Die ersten großen Pfeifen legen sie auf den Boden neben das Instrument. Allen in der evangelischen Kirche der Versöhnung, die am Samstagabend als Zuhörer und singende Gemeinde die letzten Orgeltöne der 1973 gebauten und nach ihrem Erbauer ernannten Peter-Orgel hören, ist das mehr als nur ein Symbol. Der Abbau der alten Orgel hat damit wirklich begonnen. Am Montag und Dienstag wollen die Orgelbauer die Demontage vollenden.

Die Einweihung der neuen Orgel ist hier zu finden

Auf der Rückwand des Kirchengebäudes war bereits am Samstag auf einer mehreren Meter langen Visualisierung zu sehen, wie die Pfeifen der neuen Orgel an der Wand aussehen werden, die Anfang des kommenden Jahres aufgebaut werden soll.

Noch einmal spielte Gornetzki, der die Orgel seit über 25 Jahren spielt und sie kennt wie kaum ein zweiter seine Lieblingsstücke auf dem Instrument. Es sind typische Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johann Sebastian Bach und den seltener gehörten Orgelvirtuosen Joseph Rheinberger und Siegfried Karg-Elert.

Pfarrerin Friederike Schädlich führte die singende Gemeinde durch die Inhalte des Chorals. Von Erneuerung ist dort die Rede, vom rechten Saitenspiel, von den Freuden an der Musikkunst, als auch von der Hochzeit zur Lobpreisung des Herren. Freiderike Schädlich machte ihrer Gemeinde Lust auf die neue Orgel, die nach mehrmonatiger Durststrecke Anfang des kommenden Jahres montiert werden soll. Neue Manuale wie das der Celesta ein Glockenspiel, erwarte Gemeinde aus der Vermählung zweier Orgeln, und zwar der alten Peter-Orgel und der dazu gekauften Speith-Orgel aus einer katholischen Kirche in Lüdinghausen bei Münster. 

Die alte Peter Orgel war in die Jahre gekommen.

Aus der ursprünglichen neobarocken Orgel des Kölner Orgelbauers Willi Peter mit vergleichsweise bescheidenen 14 Registern zur Begleitung des Gemeindegesangs solle so eine Orgel entstehen, mit denen auch große Orchesterwerke in allen nötigen Klangfarben zu spielen seien, sagte Kantor Marc Gornetzki im Gespräch. Die Erweiterung von 900 auf insgesamt 2463 Pfeifen und 50 Registern sei mit dem Neubau aus den alten Teilen zweier Orgeln verbunden. Zukünftig werde auch der Spieltisch keinen festen Platz mehr haben, vielmehr mobil sein, freut sich Gornetzki. Vor dem eigentlichen Orgelbau stünden allerdings handfeste Bauarbeiten zum Anfang August in der Kirche der Versöhnung an, wie die Montage eines Stahlträgers, auf dem die Orgelpfeifen ruhten. 

Orgelbauer Hubert Fasen verspricht, die neue Orgel werde „ganz anders“ klingen, selbst Lautstärke, Ansprache und Charakter der alten Pfeifen aus der Zinn-Bleilegierung ließen sich noch „in gewissen Grenzen“ bearbeiten. Das sei eben die Kunst der Orgelbauer, sagte Fasen.

Für den Orgelbau plane man ein Budget von 400000 Euro ein, sagte Pfarrerin Schädlich. Gemeinsam mit der Presbyterin Silvia Teuscher warb sie am Samstag bei ihren Gemeindegliedern um Spenden für die neue Orgel. Unter der Überschrift „Ihr Ton macht die Musik“ können Patenschaften für genau bestimmte Pfeifen abgeschlossen werden. Je nach Größe und Dominanz der Pfeife kosten sie zwischen zehn Euro und 500 Euro. Geld, das gut investiert sei, denn die Kirchenmusik habe sich in der Gemeinde zu einem Schwerpunkt entwickelt ist man sich in der 5000 Mitglieder starken Kirchengemeinde Lechenich einig.

Aber wirklich Freude habe die 50 Jahre alte Orgel nicht mehr gemacht, zu viele Töne fielen in der Vergangenheit aus, schildert Kantor Gornetzki. Vor allem die Plastikdichtungen seien in die Jahre gekommen.

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